Am 27. September 1963 versammelten sich etwa 20 Persönlichkeiten aus dem öffentlichen und kulturellen Leben im Hotel Sternen in Wohlen und gründeten die Volkshochschule Wohlen. Gemeinderat und Ortsbürgergemeinde steuerten einen grosszügigen Gründungsbeitrag bei. Somit war Wohlen die dritte Gemeinde im Aargau, die eine Volkshochschule erhielt, nach Zofingen und Wettingen. Die VHS war nicht die erste Kulturveranstalterin in Wohlen. Sie war eigentlich Nachfolgerin von "Kultur im Dorf", einer kulturellen Vereinigung, gegründet 1943 von Dr. Karl Strebel (Bezlehrer), Robert Stäger(Bezlehrer), Dr. Walter Meyer (Redaktor des Wohler Anzeigers) sowie Fritz Stäuble (Seklehrer). Diese "Kultur im Dorf" hatte mit jeweils 4 Anlässen pro Jahr viel Erfolg - mit dazumal bekannten Schriftstellern wie Louis de Wohl, Josef Reinhardt, Werner Bergengruen, Gertrud von Le Fort - aber auch Peter Dürrenmatt, General Guisan, Musikvorträgen sowie Vorträgen über Religion, Medizin etc. Ende der 70er Jahre wurde die VHW "Mutter" der neu gegründeten VHS Bremgarten. Wohlen übernahm in den ersten Jahren die Defizitgarantie für die neue VHS. Bald jedoch überflügelte die Tochter ihre Mutter und machte sich selbstständig. Heute - auch schon über 30 Jahre alt - veranstaltet die VHS Bremgarten viermal so viele Kurse wie Wohlen. Die Programmkommission der VHW repräsentierte 1963 wie heute die Volkshochschule Wohlen. Von den ursprünglich vier Vorstandsmitgliedern (Gründungspräsident Anton Wohler, Fritz Stäuble, Alfreda Kron und Kurt Hartmann) ist die Kommission auf heute zehn Mitglieder angewachsen. Es sind nun auch die verschiedensten Berufe im Vorstand vertreten. Aber immer noch besteht die Volkshochschule offiziell aus diesen zehn Personen ohne zahlende Mitglieder. Dass sie finanziell über die Runden kommt, verdankt sie grosszügigen Beiträgen der Gemeinde Wohlen und dem BKS. Das erste Programm der Volkshochschule Wohlen bot vier Zyklen mit je fünf Vorträgen zu den Wissensgebieten Medizin, Literatur, Naturwissenschaften-Technik und Kunst, dazu wurde ein Bastelkurs durchgeführt. Aber seither haben sich die Kursinhalte verändert und die Anzahl der Kurse hat sich auf etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Veranstaltungen pro Kursjahr (von September bis Mai) eingependelt. Wenn sich die angebotenen Themen immer wieder neuen Begebenheiten und Strömungen anpassen müssen, so bildet ein Kursangebot die feste Säule unseres Programms: die Atelier-Besuche bei einheimischen Künstlern und Künstlerinnen, lange Zeit unter der Leitung von Gründungsmitglied Fritz Stäuble, dann weitergeführt durch Bernhard Jäggi und von Markus Obrist. Seit 1967 wurden für die VHW Begegnungen mit Kunst und Künstlern organisiert, ab 1973 war das Konzept der Atelier-Besuche gefunden, und seither finden jedes Jahr drei Besuche bei aargauischen Künstlern statt. Die Liste der in über 40 Jahren besuchten zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen (mit bloss wenigen Wiederholungen!!) liest sich wie das Who is Who der Aargauer Kunst. Diese Führungen haben eine treue Fangemeinde, nehmen doch jedes Jahr etwa zwanzig Kunstinteressierte daran teil. Auch andere Kurse sind zum Dauerbrenner geworden, so wird der Kurs: Literatur zur Diskussion seit 1995 durchgeführt (über 100 Bücher wurden schon diskutiert!) und der Kurs: Singen zur Freude erfreut sich seit 2006 immer grösserer Beliebtheit. In den 50 Jahren des Bestehens der VHW hat sich das Bildungsangebot für Erwachsene in Wohlen und Umgebung vervielfacht. War die gemeinsame Kursbroschüre von Gewerbeschule, KV und VHW in den 80ger und 90gerJahren fast das einzige Kursveranstaltungsprogramm, bekamen die drei Bildungsinstitutionen grosse Konkurrenz von neuen kommerziellen Anbietern in Wohlen. So wurde es nötig, die Kursangebote umzustrukturieren. Für die VHW hiess das: Kursanzahl reduzieren (von über 30 auf 20 bis 25), eigenes Kursprogramm (das gelbe Faltblatt) herausgeben, alle Kurse nur noch mit Anmeldung, Programmversand an eingeschriebene Besucher und Besucherinnen. Die Bevölkerung ist auch mobiler geworden, so dass nicht nur lokale Anbieter der VHW Konkurrenz machen. Trotzdem kann sie immer noch auf einen treuen Besucherkreis zählen, auch aus der weiteren Umgebung. Die Volkshochschule ist bekannt und hat einen guten Namen. Ein Vorteil ist natürlich auch ihre Gemeinnützigkeit, dank der Kurse kostengünstig durchgeführt werden können, auch wenn es finanziell nicht Gewinn bringend ist. Mit Nischenangeboten, die bei kommerziellen Anbietern nicht im Programm stehen, und der Zusammenarbeit mit anderen Volkshochschulen und gemeinsam ausgeschriebenen Kursen wird versucht, an unseren Kursen Interessierte zu erreichen. Die Volkshochschule Wohlen ist trotz ihrer 50 Jahre noch jung und voll Energie dank der ständig neuen Ideen und dem unermüdlichen Einsatz des Vorstandes. Wir bemühen uns, dass sie auch weiterhin auf gutem Kurs steuert.